Während die Blindenfußball Europameisterschaft in Berlin im vollen Gange ist und die Menschen vor Ort und an den Bildschirmen begeistert, bereitet sich die Hauptstadt im Hintergrund auf ein weiteres Highlight im paralympischen Spitzensport vor: in weniger als einem Jahr starten die Athleten der Deutschen Paralympischen Mannschaft bei der Para-Leichtathletik-Europameisterschaft vom 20. bis 26. August 2018.

Zum Auftakt der Vorbereitungen hat in der Bundeshauptstadt hierzu eine  erste Pressekonferenz stattgefunden. Staatssekretär Christian Gaebler, DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher, Klaas Brose, Organisationsleiter der EM,  und Kugelstoß-Weltmeister Sebastian Dietz standen den Journalisten Rede und Antwort.

Und es waren sich alle einig: Die Briten haben mit der WM in London ordentlich vorgelegt und dem Ereignis soll nachgeeifert werden. Bei der Weltmeisterschaft der Para-Leichtathleten vor einigen Wochen in London hatten die Briten erneut ihre Begeisterung für den Behindertensport gezeigt. Über eine Woche lang kamen täglich bis zu 35.000 Zuschauer in das Olympiastadion von 2012 und feierten mit den Athleten ein riesiges Sportevent.

„Die Weltmeisterschaften in London waren ein Déjà-vu von den Paralympischen Spiele 2012. So ein Event mit so hoher Aufmerksamkeit und so hohen Zuschauerzahlen gibt es im Para Sport abseits der Paralympics weltweit sonst nicht“, erinnerte sich DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher an die Stimmung in London. „Wir treten in große Fußstapfen, aber wir stehen im regen Austausch mit den Organisatoren und wollen die EM in Berlin im kommenden Jahr in die selbe Richtung lenken“, ergänzte Staatssekretär Christian Gaebler.

Dass die EM in Berlin nicht die gleichen Ausmaße annehmen wird, ist alleine dadurch bedingt, dass der Jahnsportpark im Gegensatz zum Olympiastadion nur knapp 20.000 Plätze bietet. Trotzdem ist es das Ziel die Para-Leichtathletik-EM, die gut eine Woche nach der Europameisterschaft der nichtbehinderten Leichtathleten stattfindet, in den Sportsommer in Berlin zu integrieren. „Berlin ist eine der Sporthauptstädte in Europa. Dazu gehört ohne Frage auch der Behindertensport. Wir müssen die Klammer schaffen und Inklusion leben. Das Motto lautet: Volle Kraft voraus mit den Berlinern im Rücken“, erklärte Beucher. „Unser Ziel ist es den Sommer der Leichtathletik in Berlin 2018 für alle Bürger und Besucher erlebbar zu machen. Neben den Wettkämpfen wird es vor der EM eine Europäische Meile auf dem Breitscheidplatz geben, um Nachhaltigkeit zu fördern“, ergänzte Gaebler.

Doch nicht nur die Organisatoren der Veranstaltung sind heiß auf eine Woche mit spannenden Wettkämpfen und Titelentscheidungen. Auch die deutschen Athletinnen und Athleten fiebern schon jetzt dem Heimspiel in Berlin entgegen: „Wir Athleten haben Bock! Wir wollen zeigen was wir können und hoffen, dass die Medien uns die Chance dazu geben“, berichtet der frisch gebackene Kugelstoß-Weltmeister Sebastian Dietz. Er hofft darauf, dass beide Europameisterschaften unvergesslich  werden und auch von medialer Seite eine angemessene Unterstützung erfolgt.

In Betracht der Ergebnisse der WM in London können sich schon jetzt alle Interessierten auf die Heim-EM in Berlin freuen. In der britischen Sportmetropole holten 21 deutsche Athletinnen und Athleten 22 WM-Medaillen. „In London hat unsere kleine Mannschaft gezeigt, dass wir mit der Weltspitze mithalten können. Und das, obwohl acht aktuelle Paralympics-Sieger ihren Start verletzungsbedingt absagen mussten. Auch die Nachwuchsathleten haben gezeigt, dass mit ihnen in Berlin zu rechnen ist“, resümierte DBS-Präsident Beucher.